Kann ein Satz zwei Akkusativobjekte enthalten?
Ja, das ist durchaus möglich – allerdings nur bei bestimmten Verben. Im Deutschen gibt es einige wenige transitive Verben, die nicht nur ein Akkusativobjekt verlangen, sondern zwei. Diese Konstruktion nennt man den „doppelten Akkusativ“.
Ein bekanntes Beispiel ist das Verb „heißen“ in der Bedeutung „nennen“. Man sagt etwa: „Ich heiße dich Willkommen.“ Hier stehen sowohl dich als auch Willkommen im Akkusativ. Das erste Objekt (dich) bezeichnet die Person, die begrüßt wird, das zweite (Willkommen) ist ein Prädikatsnomen, das zur näheren Bestimmung dient und inhaltlich auf das erste Objekt Bezug nimmt.
Weitere Verben mit doppeltem Akkusativ sind „fürchten“ („Ich fürchte mich Menschen“ – veraltet), „nennen“ („Wir nannten ihn Hans“) oder „töten“ („Er tötete sich einen Namen“ – ebenfalls veraltet oder poetisch). Heute ist diese Konstruktion eher selten und oft auf feste Wendungen beschränkt.
Interessant ist, was beim Wechsel ins Passiv geschieht: Der doppelte Akkusativ wird dann zum doppelten Nominativ. Aus „Man nennt ihn Hans“ wird im Passiv: „Er ist Hans genannt worden“ – hier stehen beide Nomen im Nominativ.
Der doppelte Akkusativ ist kein grammatikalischer Fehler, sondern eine besondere, oft stilistisch auffällige Form. Er tritt vor allem in festen Ausdrücken oder literarischer Sprache auf. Wer ihn richtig verwendet, zeigt ein feines Gespür für die Nuancen der deutschen Sprache.
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