Kann man einen Schlaganfall im EKG erkennen?
Ein Elektrokardiogramm (EKG) ist eine wichtige Untersuchung im Verdacht auf einen Schlaganfall – aber es dient nicht dazu, den Schlaganfall selbst direkt zu erkennen. Das EKG zeigt lediglich die elektrische Aktivität des Herzens und hilft dabei, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern aufzudecken, die eine häufige Ursache für einen ischämischen Schlaganfall sind.
Bei Vorhofflimmern kann sich im Herzen ein Blutgerinnsel bilden, das über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort einen Gefäßverschluss verursachen. Daher ist das EKG ein wichtiges Werkzeug, um indirekt auf mögliche Ursachen eines Schlaganfalls zu schließen – besonders wenn keine offensichtlichen Symptome am Herzen vorliegen.
Allerdings: Ein normales EKG schließt nicht sicher aus, dass eine Herzrhythmusstörung vorliegt. Manchmal tritt das unregelmäßige Herzflimmern nur gelegentlich auf und bleibt daher im kurzen EKG unbemerkt. In solchen Fällen kann eine Langzeit-EKG-Aufzeichnung nötig sein, um die Diagnose zu sichern.
Die eigentliche Diagnose eines Schlaganfalls erfolgt daher nicht mit dem EKG, sondern mit bildgebenden Verfahren wie der CT oder MRT des Gehirns. Ergänzend kommen oft auch eine Duplex-Sonografie der Halsschlagadern und eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie) zum Einsatz, um die genaue Ursache zu finden.
Zusammenfassend: Das EKG ist ein wertvolles Puzzlestück in der Schlaganfall-Diagnostik – aber es zeigt nicht den Schlaganfall selbst, sondern hilft, mögliche Herzursachen zu erkennen. Die vollständige Abklärung erfordert immer eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Bildgebung und weiteren Tests.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.