Können Depressionen Herzrasen auslösen?

Ja, Depressionen können tatsächlich zu Herzrasen führen – und das ist kein Zufall. Hinter diesem Zusammenhang steckt eine komplexe Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper, insbesondere dem Herz-Kreislauf-System.

Bei vielen Betroffenen mit einer Depression ist das sympathische Nervensystem übererregt. Dieses System ist dafür zuständig, den Körper auf „Kampf oder Flucht“ vorzubereiten. Bei dauerhafter Aktivierung schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt, und man fühlt sich angespannt oder nervös – auch ohne äußeren Grund. Diese ständige Alarmbereitschaft kann sich als Herzrasen bemerkbar machen, besonders in Ruhephasen oder nachts.

Ein weiterer Faktor sind die Kreislaufhormone wie Adrenalin und Noradrenalin, die bei depressiven Erkrankungen häufig in erhöhten Konzentrationen im Blut zirkulieren. Sie beschleunigen den Puls und können dazu führen, dass sich das Herz „wild“ oder unregelmäßig schlagend anfühlt – was wiederum Angst verstärken und den Kreislauf der Symptome verschärfen kann.

Aber nicht nur die Biologie spielt eine Rolle. Auch Verhaltensänderungen durch Depressionen – wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Schlafstörungen – belasten das Herz langfristig. Umgekehrt erhöht eine Herzerkrankung das Risiko für Depressionen, was zeigt, wie eng Herz und Psyche miteinander verbunden sind.

Wichtig ist daher: Wer unter Depressionen und gleichzeitig Herzrasen leidet, sollte beides ernst nehmen. Eine ganzheitliche Behandlung, die sowohl die psychische als auch die körperliche Ebene berücksichtigt, bietet die beste Chance auf Besserung. Das kann Psychotherapie, gegebenenfalls Medikamente und regelmäßige körperliche Aktivität umfassen.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen