Goethe und Schiller: Gemeinsam in der Weimarer Fürstengruft
Die Frage, ob Goethe und Schiller zusammen begraben liegen, lässt sich mit einem klaren Ja beantworten – zumindest im übertragenen Sinne. Beide große Dichter der Weimarer Klassik ruhen in der sogenannten Fürstengruft in Weimar, einer Grabstätte, die ursprünglich für das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach bestimmt war. Doch ihre herausragende Bedeutung für die deutsche Kultur führte dazu, dass sie eine besondere Ehre erhielten: die Aufbahrung neben den Fürsten.
Goethe wurde 1832, ein Jahr nach Schillers Tod, in der Gruft beigesetzt. Schiller war bereits 1805 dort beigesetzt worden, zunächst aber in einem einfachen Grab. Erst 1827 wurde sein Leichnam in die Fürstengruft überführt. Als Goethe starb, war es nur folgerichtig, dass auch er an diese bedeutende Stätte gebracht wurde – neben seinen langjährigen Freund und geistigen Wegbegleiter.
Die Grabstätte, verborgen unter der Stadtkirche St. Jakob, ist heute ein Ort der Stille und Ehrerbietung. Die Sarkophage der beiden Dichter stehen im Mittelpunkt, flankiert von den Särgen der herzoglichen Familie. Ein beeindruckender Marmordeckel über Schillers Ruhestätte erinnert an seine Dichterkunst, während Goethes schlichterer Sarkophag für seine zurückhaltende Art steht.
So liegen die beiden Ikonen der deutschen Literatur nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich vereint – ein symbolträchtiges Zeichen für ihre enge geistige Verbindung, die bis heute nachwirkt. Wer Weimar besucht, sollte die Fürstengruft auf jeden Fall sehen: Es ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird.
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