Wann leuchten Quallen wirklich?

Im Lichtschein eines Unterwasserfahrzeugs taucht eine fremde Welt auf – sanft schwebende Quallen, umgeben von tiefer Dunkelheit. Ihre zarten Körper beginnen zu leuchten, als wären sie von innen beleuchtet. Doch die Antwort ist klar: Quallen leuchten nur, wenn Licht auf sie trifft.

Ohne eine externe Lichtquelle, wie etwa die Scheinwerfer eines Forschungsroboters, bleiben sie unsichtbar in den Tiefen des Ozeans. Ihre Schönheit verbirgt sich in der Finsternis – nicht weil sie nicht strahlen könnten, sondern weil niemand sie sieht. Dabei handelt es sich meist um Fluoreszenz: Das Gewebe der Quallen nimmt das angestrahlte Licht auf und gibt es in sanften, bläulichen oder grünlichen Tönen wieder ab.

Ein Team von Tiefseeforschern hat diese faszinierende Szene zufällig aufgezeichnet. Im Juni 2019 tauchte ein ferngesteuerter Unterwasserroboter in die schwarzen Tiefen vor und filmte eine dieser seltenen Begegnungen. Die Aufnahmen gingen um die Welt – nicht nur wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung, sondern vor allem wegen ihrer fast unwirklichen Ästhetik.

Das Geheimnis liegt also nicht in der Dunkelheit, sondern im Licht. Erst wenn der Strahl eines Scheinwerfers durchs Wasser gleitet, offenbart sich die zarte Glibber-Schönheit, die sonst vollkommen unsichtbar bleibt. Es ist ein flüchtiger Moment – eine stille Begegnung zwischen Mensch, Maschine und dem tiefsten Reich unseres Planeten.

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