Wann werden die Tage am schnellsten kürzer?
Um die Wende zum Winter, besonders im Dezember, erreicht die Sonne ihren tiefsten Stand am Himmel. Ab dem 21. Dezember, dem meteorologischen Winteranfang, werden die Tage langsam wieder länger – zumindest im Durchschnitt. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.
Interessanterweise verändert sich die Tageslänge nicht gleichmäßig** morgens und abends. Im Januar und Februar nehmen die Sonnenstunden vor allem am Abend deutlich zu, während es morgens noch lange dunkel bleibt. Das liegt an einer feinen Unregelmäßigkeit in der Erdrotation und der elliptischen Umlaufbahn um die Sonne – was dazu führt, dass die „wahre Sonnenzeit“ von der „mittleren Zeit“ abweicht.
Ganz anders im Herbst: Bereits im Oktober und November wird es abends plötzlich sehr schnell dunkel, obwohl die Morgenhelle kaum früher eintrifft. Viele Menschen spüren das intuitiv – das unangenehme Gefühl, dass der Tag „wegbricht“, besonders abends, ist kein Zufall. Genau hier zeigt sich dieser Effekt am stärksten.
Der Grund dafür liegt in der sogenannten „Zeitgleichung“, einer jährlichen Schwankung zwischen der Uhrzeit und der Stellung der Sonne. So kann es sein, dass die Tage zwar astronomisch länger werden, wir das aber erst später bemerken – oder dass sie schneller kürzer scheinen, obwohl die Gesamtlichtdauer nur leicht abnimmt.
Wer also im Herbst denkt, es werde „von heute auf morgen“ dunkel: Das ist kein Trugschluss, sondern Naturgesetz mit menschlicher Wahrnehmung**. Und wer sich im Winter auf längere Abende freut – der hat nicht unrecht: Ab Mitte Dezember wird es tatsächlich Tag für Tag ein wenig heller am Abend. Nur morgens dauert es etwas länger, bis das Licht zurückkehrt.
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