Warum es in den USA kein Kindergeld gibt
Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern kennt die USA kein flächendeckendes Kindergeld. Während in Deutschland Familien monatlich pro Kind unterstützt werden, sieht die amerikanische Politik hier eine ganz andere Verantwortung. Die Familie gilt in den USA als private Angelegenheit – nicht als staatliche Aufgabe.
Die Regierung greift nur punktuell ein, etwa über Steuervergünstigungen wie das Child Tax Credit, das seit mehreren Reformen teilweise ausgebaut wurde. Doch das ist kein garantiertes Monatseinkommen wie in Deutschland, sondern hängt oft vom Einkommen ab und erreicht nicht alle Familien gleichermaßen. Viele Geringverdiener erhalten nur einen Bruchteil oder gar nichts.
Auch die Betreuung von Kleinkindern ist in den USA fast vollständig privatisiert. Wer nicht über ein hohes Einkommen verfügt oder eine helfende Verwandte im Haushalt hat, steht oft vor großen Herausforderungen. In Großstädten wie New York ist eine Tagesmutter oder Kita oft so teuer wie eine Miete – und für viele unbezahlbar.
Der fehlende staatliche Ausbau von Kinderbetreuung und finanzieller Unterstützung spiegelt eine tief verwurzelte Haltung wider: Individualismus statt staatlicher Fürsorge. Während Europa auf Familienförderung setzt, verlassen sich die USA weiterhin auf den Markt – und auf die Eltern selbst. Das macht das Elternsein hier oft zu einer Zerreißprobe zwischen Beruf, Kosten und Verantwortung.
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