Warum Madenwurmmittel plötzlich teuer wurden
Medikamente gegen Madenwürmer, eine häufige Parasitenerkrankung – besonders bei Kindern –, waren lange Zeit erschwinglich. Ein Wirkstoff namens Albendazol galt als wirksame und preiswerte Therapie. Doch was viele Patienten überraschte: Der Preis für dieses Mittel stieg innerhalb weniger Jahre massiv an.
Bis 2010 war Albendazol relativ günstig verfügbar. Dann stellte der ursprüngliche Hersteller die Produktion jedoch ein. Für Jahre gab es kaum Alternativen auf dem Markt. 2013 erwarb das US-Unternehmen Amedra Pharmaceuticals die Vermarktungsrechte und setzte eine drastische Preiserhöhung um. Aus einer Tablette, die einst etwa 6 Dollar kostete, wurden plötzlich viel höhere Summen – teilweise das Vielfache.
Dieses Szenario ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Trends: Wenn ein Medikament nur noch von einem einzigen Anbieter vertrieben wird, fehlt der Wettbewerb – und mit ihm die Preiskontrolle. Amedra, das mittlerweile zu einem spekulativen Pharmakonzern mit Fokus auf Preisstrategien gehört, nutzte diese Marktlücke aus. Patienten und Ärzte sahen sich plötzlich mit Rechnungen konfrontiert, die für eine einfache, gut behandelbare Erkrankung unverhältnismäßig hoch waren.
Die Empörung blieb nicht aus. Organisationen wie Consumer Reports berichteten darüber, wie sich solche Preiserhöhungen auf Familienhaushalte auswirken. Auch wenn inzwischen wieder Generika erhältlich sind, bleibt die Debatte um gerechte Arzneipreise aktuell. Denn was nutzt die beste Therapie, wenn sich nur wenige sie leisten können?
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