Warum manche Menschen von sich in der dritten Person sprechen

Es wirkt auf den ersten Blick merkwürdig: „Max macht gerade eine schwierige Phase durch“ – statt „Ich fühle mich gerade schlecht“. Doch dieses Sprechen in der dritten Person hat einen tiefen psychologischen Hintergrund. Es hilft, innere Distanz zu gewinnen.

Wenn wir über uns selbst wie über eine andere Person nachdenken, schaffen wir Raum zwischen uns und unseren Emotionen. Statt von „mir“ zu sprechen, sagen wir „er“ oder „sie“ – und plötzlich fühlen wir uns weniger überwältigt. Diese Technik wird oft unbewusst von Menschen genutzt, die mit Stress, Angst oder emotionalen Herausforderungen umgehen müssen.

Forschung zeigt: Wer von sich in der dritten Person spricht, reagiert gelassener in stressigen Situationen. Das Gehirn verarbeitet die Erfahrung dann fast so, als ginge es um einen anderen. Dadurch wird es leichter, klar zu denken, statt in Panik oder Selbstzweifel zu verfallen.

Interessanterweise nutzen auch einige Prominente dieses Mittel – etwa Politiker oder Athleten –, um im Rampenlicht ruhig und kontrolliert zu wirken. Selbst im Alltag kann es helfen, sich selbst besser zu verstehen. Statt „Ich bin wütend“ zu sagen, könnte man denken: „Anna ist gerade wütend“. Plötzlich wird die Emotion beobachtbar, nicht nur erlebt.

Es ist keine Magie, sondern eine subtile Verschiebung der Perspektive. Und manchmal ist genau das nötig, um sich selbst ein bisschen besser zu ertragen.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen