Warum lügen suchtkranke Menschen?

Wenn Menschen mit einer Abhängigkeit lügen, wirkt das auf ihr Umfeld oft wie gezielte Täuschung. In den meisten Fällen steckt dahinter jedoch keine böse Absicht, sondern tief sitzende Scham. Bei Unwahrheiten von Suchtkranken handelt es sich überwiegend um Angstlügen.

Betroffene schämen sich für ihren Kontrollverlust und das eigene Verhalten. Die Lüge dient als Schutzmechanismus, um das tatsächliche Ausmaß der Sucht vor Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen zu verbergen. Sie befürchten Verurteilung, Enttäuschung oder Ausgrenzung, wenn die Wahrheit ans Licht kommt.

Darüber hinaus richtet sich die Unwahrheit nicht nur nach außen. Im Laufe einer Suchterkrankung entwickeln sich oft unbewusste kognitive Abwehrmuster. Das bedeutet, dass Betroffene auch vor sich selbst die Realität verzerren. Sie verharmlosen den Konsum, um das eigene Selbstbild aufrechtzuerhalten und den Schmerz der Erkenntnis zu vermeiden.

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