Warum werden bei Karneval Süßigkeiten geworfen?
Wer schon einmal einen Karnevalsumzug miterlebt hat, kennt das bunte Treiben: laute Musik, bunte Kostüme und natürlich den Regen aus Süßigkeiten, der vom Wagen herunterprasselt. Doch woher kommt diese Tradition eigentlich?
Die Wurzeln liegen tief in der Vergangenheit. Früher glaubte man, dass am Ende des Winters böse Geister das Land verlassen mussten, damit der Frühling ungehindert einziehen konnte. Mit Lärm, Masken und Tänzen wollte man diese Geister vertreiben – und auch das Werfen von Gegenständen gehörte dazu. Ursprünglich waren es Nüsse, Früchte oder sogar kleine Brotlaibe, die an die Menge geworfen wurden.
Im Laufe der Zeit wandelte sich das Wurfmaterial. Aus praktischen und sicherheitsrelevanten Gründen wurden harte Gegenstände durch weichere ersetzt. Heute sind es vor allem Süßigkeiten, die von den Festwagen in die Straßen regnen – ein Symbol für Freude, Fülle und die bevorstehende Fastenzeit, in der man auf Genüsse verzichtet.
Besonders in Regionen wie Köln, Mainz oder Düsseldorf ist das „Kamelle“-Rufen aus dem Publikum nicht wegzudenken. Kinder – und manchmal auch Erwachsene – strecken gespannt die Hände aus, um eine Tüte Gummibärchen oder eine Schokolade zu fangen. Hinter der fröhlichen Geste steckt also mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde: ein uralter Brauch, der bis heute lebendig bleibt.
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