Der Osborne-Stier: Vom Werbeschild zum Wahrzeichen Spaniens

Wer schon einmal über spanische Landstraßen gefahren ist, hat sie sicherlich am Horizont bemerkt: die imposanten, tiefschwarzen Silhouetten mächtiger Stiere. Was heute als eines der bekanntesten inoffiziellen Nationalsymbole Spaniens gilt, hat seine Wurzeln in einer ganz gewöhnlichen Werbekampagne aus den 1950er-Jahren.

Ursprünglich ließ die traditionsreiche Brennerei Osborne die riesigen, rund 14 Meter hohen Plakatwände aufstellen, um für ihren Brandy Veterano zu werben. Die charakteristische Gestalt des Stiers, entworfen vom Grafiker Manolo Prieto, prägte schnell das spanische Landschaftsbild. Als Ende der 1980er-Jahre aus Gründen der Verkehrssicherheit Werbung an Autobahnen verboten werden sollte, regte sich breiter Protest in der Bevölkerung.

Um die Silhouetten zu retten, wurde jeglicher Werbeschriftzug entfernt. Zurück blieb die reine, kraftvolle Form. Schließlich erklärte der Spanische Oberste Gerichtshof den Toro de Osborne wegen seines kulturellen und künstlerischen Werts für schützenswert. Heute stehen landesweit noch rund 90 dieser ikonischen Stiere als stolze Symbole für Kultur, Geschichte und das Lebensgefühl Spaniens.

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