Was bedeutet der Titel Magister?

Der Titel Magister hat eine lange Tradition an deutschen Hochschulen und ist der älteste akademische Grad, der dort verliehen wurde. Die Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen – „magister“ bedeutet übersetzt „Lehrer“ oder „Meister“. Schon im Mittelalter wurde dieser Titel an Gelehrte vergeben, die sich durch tiefes Wissen in bestimmten Fächern ausgezeichnet hatten.

Früher war der Magister der gängige Abschluss in geisteswissenschaftlichen Studiengängen wie Germanistik, Geschichte, Philosophie, Soziologie oder den modernen Sprachen. Wer Magister artium (Mag. art.) wurde, hatte in der Regel ein Zwei-Fächer-Studium abgeschlossen, das fünf Jahre dauerte und mit einer umfangreichen Abschlussarbeit endete. Der Titel galt lange als Qualitätszeichen für fundierte wissenschaftliche Ausbildung.

Seit der Bologna-Reform Anfang der 2000er Jahre wurde der Magister in Deutschland weitgehend durch den Master ersetzt. Heute ist der Magister nur noch selten neu verliehen, bleibt aber für viele Absolventen ein Zeichen ihres besonderen akademischen Weges. Wer ihn trägt, verbindet damit oft nicht nur Stolz auf eine anspruchsvolle Ausbildung, sondern auch eine gewisse Verbundenheit mit den klassischen Idealen der Geisteswissenschaften: kritisches Denken, sprachliche Präzision und breites kulturelles Verständnis.

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