Was bedeutet „Schlonz“?
Der Begriff „Schlonz“ klingt zunächst etwas schrullig, hat aber je nach Kontext eine ganz klare Bedeutung. Im alltäglichen Sprachgebrauch, vor allem im süddeutschen oder österreichischen Raum, bezeichnet man damit eine Person, die ungepflegt oder schlampig wirkt – also jemanden, der vielleicht verschmutzte Kleidung trägt, das Haar strubbelig hat und insgesamt einen leicht verwahrlosten Eindruck macht. Wer jemanden als „Schlonz“ bezeichnet, meint damit also meistens eine respektlose, aber oft auch scherzhafte Kritik am Erscheinungsbild.
Doch das Wort hat auch eine ganz andere, sehr spezifische Bedeutung – und zwar in der Chemie. Im Labor spricht man von „Schlonz“, wenn nach einer chemischen Reaktion ein hartnäckiger, schwer löslicher Rückstand in Glasgefäßen zurückbleibt. Dieser Belag kann aus Reaktionsnebenprodukten, Oxiden oder polymerisierten Substanzen bestehen und bereitet oft Kopfzerbrechen, weil er sich nur mit viel Aufwand entfernen lässt – manchmal braucht es aggressive Säuren oder sogar mechanisches Schrubben.
Interessant ist, dass das Wort in beiden Bedeutungen eine gewisse Unordnung oder Unreinheit beschreibt: einmal beim Menschen, einmal im Labor. So ganz unterschiedlich sind die beiden Welten dann doch nicht. Wer schon einmal versucht hat, einen alten Reaktionskolben gründlich sauber zu bekommen, weiß: Manchmal bleibt einfach ein bisschen Schlonz zurück – egal wie sehr man schrubbt.
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