Was passiert mit den männlichen Küken nach dem Kükentötungs-Verbot?

Seit dem Verbot der Kükentötung in Deutschland rückt eine tierfreundlichere Haltung immer stärker in den Fokus. Bisher wurden männliche Küken, die für die Eierproduktion wirtschaftlich nicht relevant sind, kurz nach dem Schlüpfen getötet. Doch das ändert sich nun.

Die frühe Geschlechtsbestimmung im Ei spielt dabei eine zentrale Rolle. Mithilfe einer neuen Methode – der sogenannten In-Ovo-Sexierung – lässt sich das Geschlecht des Embryos bereits am neunten Tag der Inkubation bestimmen. Wird ein männliches Küken erkannt, wird das Ei nicht weiter bebrütet. So wird das Leben des Tieres zwar nicht gezüchtet, aber auch nicht aktiv beendet. Diese Technik gewinnt vor dem Hintergrund rechtlicher Klarheit und ethischer Debatten zunehmend an Bedeutung.

Doch es gibt auch eine zweite Möglichkeit: die Aufzucht von Bruderhähnen. Statt sie zu töten, werden die geschlüpften männlichen Küken aufgezogen und später für die Fleischproduktion genutzt. Diese Praxis ist zwar aufwendiger und teurer, doch immer mehr Betriebe setzen darauf – auch weil Verbraucher bereit sind, mehr für tiergerechte Produkte zu zahlen.

Die Nachfrage nach Bruderhähnchenfleisch steigt langsam, und Supermärkte sowie Gastronomiebetriebe beginnen, solche Angebote ins Sortiment aufzunehmen. Zwar wächst ein Hahn langsamer als eine konventionelle Masthähnchenrasse, doch das Fleisch gilt als aromatischer und festiger.

Die Entwicklung zeigt: Tierwohl und moderne Landwirtschaft können Hand in Hand gehen – mit klaren Regeln, klarem Markt und einem Bewusstsein dafür, dass jeder Einkauf eine Entscheidung ist.

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