Glutenfrei essen: Helft es – oder schadet es?

Immer mehr Menschen verzichten auf Gluten – doch nicht immer ist das sinnvoll. Zwar können Menschen mit Zöliakie oder einer echten Glutenunverträglichkeit von einer glutenfreien Ernährung profitieren. Doch für alle anderen kann dieser Verzicht unter Umständen sogar gesundheitliche Nachteile bringen.

Wichtige Nährstoffe fehlen oft

Glutenhaltige Lebensmittel wie Weizen, Roggen oder Dinkel sind reich an Ballaststoffen, B-Vitaminen und Mineralstoffen wie Magnesium. Wer diese Lebensmittel komplett meidet, hat es oft schwerer, genug davon zu sich zu nehmen – besonders wenn der Speiseplan nicht gut durchdacht ist. Viele verarbeitete glutenfreie Produkte sind zudem weniger angereichert als ihre klassischen Pendants, was die Nährstoffzufuhr zusätzlich erschwert.

Interessant ist auch ein Befund aus Studien: Wer über Jahre hinweg bewusst auf Gluten verzichtet – ohne medizinische Notwendigkeit – könnte ein leicht erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes entwickeln. Der Grund? Möglicherweise wird durch den Wegfall komplexer Kohlenhydrate und den Ersatz durch einfach verdauliche Stärken der Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflusst.

Daher gilt: Wer sich glutenfrei ernähren möchte, sollte es gut überlegen und gegebenenfalls mit einem Arzt oder Ernährungsberater sprechen. Einfach auf „glutenfrei“ umzusteigen, weil es modern ist, kann mehr schaden als nützen – besonders wenn der Körper das Gluten gar nicht verträgt.

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