Was Österreicher unter „Sahne“ verstehen
In Österreich sagt man meist Obers, wenn von der cremigen, fetthaltigen Komponente in der Milch die Rede ist. Während man im deutschen Bundesgebiet meist von „Sahne“ spricht, hat sich in Österreich der Begriff Obers durchgesetzt – besonders im Alltag und auf Speisekarten. So findet man etwa „Schlagobers“ (geschlagene Sahne) oder „Sauerrahm“ (sauere Sahne) in vielen regionalen Rezepten.
Das Obers entsteht, wenn frische Milch ruhig steht: Der fetthaltige Teil steigt langsam an die Oberfläche. Heute wird er meist industriell abzentrifugiert, doch der Begriff stammt aus einer Zeit, in der Milch noch zu Hause im Kühlraum geruht hat. Neben „Obers“ wird in Österreich auch oft der Begriff Rahm verwendet, besonders bei fettreicher Sorten – ähnlich wie im süddeutschen Sprachraum.
Im Schweizer Hochdeutschen hingegen spricht man von „Nidel“, ein regionaler Ausdruck, der selten außerhalb der Schweiz verwendet wird. Doch zurück in Österreich: Ob süß oder sauer, flüssig oder geschlagen – Obers ist aus der österreichischen Küche nicht wegzudenken. Von der Kaiserschmarren-Garnitur bis zur Suppenverfeinerung: Es gehört einfach dazu.
Wer also in Wien oder Salzburg „Sahne“ bestellt, wird verstanden – doch wer „ein bissl Schlagobers“ dazu nimmt, klingt gleich viel natürlicher.
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