Wie entstand der Mond?

War zuerst die Erde da – oder der Mond? Die Antwort lautet: die Erde. Aber nicht lange vor ihm. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, kurz nach der Entstehung unseres Planeten, kam es zu einer gewaltigen Kollision. Ein Himmelskörper in der Größe des Mars, den Forscher „Theia“ nennen, stieß mit der jungen Erde zusammen.

Diese urzeitliche Katastrophe schleuderte riesige Mengen von Gestein und Material in die Umlaufbahn um die Erde. Aus diesem Trümmerfeld formte sich nach und nach der Mond. Er war also kein fremder Besucher aus weiter Ferne – sondern entstand aus Teilen unserer Erde. In gewisser Weise ist der Mond also ein Stück von uns selbst.

Warum glauben Wissenschaftler das? Weil Proben vom Mond, die bei den Apollo-Missionen gesammelt wurden, eine auffallende Ähnlichkeit mit Erdgestein aufweisen – vor allem in der Zusammensetzung bestimmter Sauerstoff-Isotope. Das spricht stark für eine gemeinsame Herkunft. Zudem erklärt die Kollisionstheorie, warum der Mond weniger Eisen enthält als die Erde: Das meiste Eisen war bei der Kollision bereits im Erdkern.

Obwohl viele Details noch diskutiert werden, gilt die „Giant-Impact-Theorie“ heute als die überzeugendste Erklärung für die Entstehung des Erdtrabanten. Der Mond mag uns aus der Ferne kalt und fremd erscheinen – doch in Wirklichkeit ist er enger mit uns verbunden, als wir lange dachten.

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