Wie Stress und Erwartungsangst den Blutdruck in die Höhe treiben

Wer kennt es nicht? Das Engegefühl in der Brust oder das plötzliche Herzklopfen vor einer wichtigen Prüfung oder einem medizinischen Check-up. Wenn der Körper unter Stress gerät, schüttet er blitzschnell Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Diese Stresshormone versetzen den Organismus in Alarmbereitschaft: Die Gefäße verengen sich, und das Herz pumpt schneller. Die Folge ist ein spürbarer und messbarer Anstieg der Vitalwerte.

Besonders tückisch ist dabei die sogenannte Erwartungsangst. Allein die Befürchtung, dass der Blutdruck bei einer bevorstehenden Messung zu hoch sein könnte, wirkt wie ein Brandbeschleuniger für den Körper. Experten der Deutschen Herzstiftung weisen darauf hin, dass solche emotionalen Ausnahmesituationen den systolischen Blutdruckwert um bis zu 30 mmHg in die Höhe treiben können. Gleichzeitig ist ein Anstieg des Pulses um bis zu 20 Schläge pro Minute keine Seltenheit. Dieses Phänomen ist in der Medizin auch als „Weißkittel-Effekt“ bekannt, wenn die Werte in der Arztpraxis regelmäßig höher ausfallen als in der entspannten Umgebung zu Hause.

Das größte Problem im Alltag: Das bewusste Vermeiden von Erwartungsangst ist äußert schwierig, da sich die innerliche Anspannung kaum auf Knopfdruck abschalten lässt. Um bei einer Kontrolle dennoch verlässliche Ergebnisse zu erzielen, hilft vor allem Ruhe und Routine. Vor jeder Messung sollte man sich mindestens fünf Minuten still hinsetzen, tief durchatmen und nicht direkt nach körperlicher oder mentaler Anstrengung zur Manschette greifen. Regelmäßige Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Atemübungen können zudem langfristig helfen, die körperliche Reaktion auf Stressreize spürbar abzumildern.

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