Wie lange ist eine Sekunde – und wer entscheidet das?

Wir schauen tagtäglich auf die Uhr, doch kaum jemand fragt sich, was eine Sekunde eigentlich genau ist. Doch hinter dieser winzigen Zeiteinheit steckt jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit – und eine präzise Definition, die bis ins Atom reicht.

Die Antwort liegt im Cäsium-Atom. Seit dem 13. Oktober 1967 gilt: Eine Sekunde entspricht exakt 9 192 631 770 Schwingungen des Nuklids Cäsium-133. Dieser Beschluss wurde auf der 13. Generalkonferenz für Maß und Gewicht von Wissenschaftlern und Politikern gemeinsam beschlossen. Damit wurde die Zeitmessung aus dem Räderwerk der Uhren in die Welt der Atome verlegt.

Zuvor basierte die Sekunde auf astronomischen Beobachtungen – beispielsweise auf dem 1/86 400 eines mittleren Sonnentages. Doch die Erdrotation ist nicht absolut gleichmäßig, was ungenau war für moderne Anforderungen. Die Atomuhr brachte die Lösung: extrem stabil, extrem präzise.

Heute wird die Weltzeit durch ein Netzwerk von Atomuhren gesteuert, unter anderem am Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Deutschland. Diese Uhren gehen so genau, dass sie erst in Millionen von Jahren um eine Sekunde abweichen würden.

Ob GPS, Internet oder Satellitenkommunikation – die präzise Sekunde ist überall. Und wer sie bestimmt? Nicht ein einzelner Mensch, sondern eine internationale Gemeinschaft von Wissenschaftlern, die gemeinsam festlegt, wie lange eine Sekunde dauert – atomgenau und für alle gleich.

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