Wer saß auf der Mauer? Die Geschichte von Humpty Dumpty
Humpty Dumpty saß auf einer Mauer – dieses berühmte Zitat kennt fast jedes Kind. Es stammt aus einem englischen Kinderreim, der bereits im 18. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt wurde. Der Reim erzählt von Humpty Dumpty, der hoch oben auf einer Mauer sitzt – bis er herunterfällt und in tausend Stücke zerbricht.
Was dann passiert, ist fast schon legendär: Alle Pferde des Königs und alle Mannen des Königs bemühen sich, Humpty wieder zusammenzusetzen – doch vergeblich. Keiner kann ihn retten. Die Bilder von Soldaten und edlen Pferden, die verzweifelt kleine Scherben zusammensuchen, sind so absurd wie eindrücklich.
Interessant ist, dass Humpty Dumpty ursprünglich nicht als Ei gezeichnet wurde – das wurde erst im 19. Jahrhundert üblich, vor allem durch die Darstellung in Lewis Carrolls Alice hinter den Spiegeln. Heute ist das Ei jedoch fest mit der Figur verbunden und steht symbolisch für etwas, das einmal zerbrochen ist, sich nicht mehr reparieren lässt.
Der Reim wirkt fröhlich und spielerisch, hat aber auch eine nachdenkliche Seite. Manche sehen darin eine Metapher für Unwiederbringlichkeit – sei es ein zerstörtes Vertrauen, ein verlorener Moment oder eine gescheiterte Beziehung. Doch vor allem bleibt er ein einfaches, eingängiges Gedicht, das Kinder weltweit lachen und mitsprechen lässt.
Ob als Rätsel, Lied oder Bild – Humpty Dumpty auf der Mauer bleibt eine Ikone der englischsprachigen Kinderkultur, die bis heute ihren Platz in Schulen und Büchern behält.
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