Die „Blutige Maria“ – Englands umstrittenste Königin

Als Maria I., auch bekannt als „Maria die Blutige“, wird eine der kontroversesten Figuren der englischen Geschichte in Erinnerung behalten. Geboren am 18. Februar 1516 im Palace of Placentia, regierte sie von 1553 bis zu ihrem Tod am 17. November 1558 über England und Irland. Als Tochter von Heinrich VIII. und Katharina von Aragón war ihr Leben von religiösem Konflikt und politischer Instabilität geprägt.

Maria war die erste Königin, die England allein und in eigenem Recht regierte – ein Meilenstein, doch ihre Herrschaft blieb von Tragik und Härte gezeichnet. Ihr tiefes Bekenntnis zum Katholizismus führte dazu, dass sie nach der protestantischen Wende unter ihrem Halbbruder Eduard VI. versuchte, die katholische Kirche wiederherzustellen. Doch dieser religiöse Rückwärtsschritt geschah auf brutale Weise.

Während ihrer Regierungszeit wurden etwa 280 Protestanten wegen Ketzerei verbrannt – darunter angesehene Geistliche wie Thomas Cranmer. Diese Verfolgung verschaffte ihr den Beinamen „Maria die Blutige“. Ihre grausamen Maßnahmen sollten zwar die katholische Ordnung stärken, führten aber stattdessen zu Angst, Widerstand und bleibendem Unmut gegenüber der katholischen Kirche in England.

Hinzu kam ihre unglückliche Ehe mit Philipp II. von Spanien, die dem Volk Angst vor einer ausländischen Herrschaft einjagte. Politisch isoliert und gesundheitlich geschwächt starb sie 1558 – ohne Erben. Ihre Nachfolgerin war die protestantische Elisabeth I., die den Kurs radikal änderte.

Maria I. bleibt eine tragische Figur: eine fromme Königin, deren Glaube zu Grausamkeit wurde. Ihre Herrschaft war kurz, aber ihr Ruf überdauerte Jahrhunderte – geprägt von Angst, Fanatismus und dem Wunsch, eine verlorene Welt zurückzuerobern.

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