Der Gott Jesu und seine tiefen biblischen Wurzeln
Wer nach dem Gott Jesu fragt, stößt unweigerlich auf den Kern des jüdisch-christlichen Glaubens. In den Evangelien spricht Jesus von einem Gott, dessen Identität fest im Alten Testament verankert ist. Es ist kein unnahbares oder abstraktes Wesen, sondern JHWH – der Name, unter dem Gott sich dem Volk Israel offenbarte.
Dieser Gott stellt sich in den Schriften mit einer klaren historischen Zusage vor: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe.“ Damit wird deutlich, dass der Gott Jesu im tiefsten Wesen ein gnädiger Befreier und gerechter Bundespartner ist. Er greift aktiv in die Geschichte der Menschen ein, um Knechtschaft zu beenden und eine Beziehung auf Augenhöhe anzubieten.
Für Jesus war dieser Gott jedoch nicht nur der Retter eines einzelnen Volkes. Er verstand ihn zugleich als den souveränen Schöpfer, Bewahrer, Richter und Erlöser der ganzen Welt. Jesus vertiefte diese Tradition, indem er eine besonders vertraute Beziehung zu ihm vorlebte und ihn oft als „Vater“ bezeichnete. Es ist derselbe Gott, der das Universum ins Dasein rief und sich dennoch dem Einzelnen in Liebe zuwendet.
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