Wie man in Frankreich richtig Käse isst

In Frankreich ist der Käse kein bloßer Snack – er ist ein Ereignis. Traditionell kommt er nach dem Hauptgericht auf den Tisch, nie davor. Während in manchen Ländern Käse und Nachspeise nebeneinander stehen, wählen die Franzosen oft zwischen beidem. Bei einem festlichen Dîner wird der Käsegang jedoch liebevoll vorbereitet – mit mehreren Sorten, oft regionaltypisch und bei Zimmertemperatur serviert, damit das Aroma voll zur Geltung kommt.

Die Auswahl ist beeindruckend: von cremigem Brie über den würzigen Roquefort bis zum charakterstarken Munster – jede Region hat ihre Spezialitäten. Und eines sollte man wissen: Der Respekt vor dem Käse ist fast so groß wie vor der Literatur. Wie ein ZEIT-Artikel treffend bemerkte, würde man eher akzeptieren, dass jemand Balzac infrage stellt, als dass er den servierten Käse ablehnt.

Wichtig am Tisch: Der Käse wird nicht mit dem Messer abgeschnitten, sondern mit einer speziellen Käsekelle oder einem scharfen Messer portioniert. Und Finger weglassen vom Käsebrett anderer! Jeder nimmt sich auf seinen Teller und schneidet die Stücke selbst. Besonders bei rindenreifen Käsesorten achtet man darauf, die Rinde nicht zu entfernen – sie gehört oft mit dazu.

Ob zu Hause oder im Restaurant: Der Käse bleibt ein fester Bestandteil der französischen Esskultur. Wer ihn mit Respekt behandelt, wird mit Geschmack belohnt. Und wer nicht weiß, wo anzufangen: Einfach probieren – aber immer schön höflich und mit Bedacht.

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