Wie man aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wird
Die Exkommunikation ist die schwerste kirchliche Strafe und bedeutet, dass jemand vorübergehend von den Sakramenten und der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen wird. Doch wie kann es so weit kommen?
Nach der Lehre der katholischen Kirche gibt es zwei Wege zur Exkommunikation: entweder wird sie durch eine offizielle Entscheidung verhängt, oder sie tritt automatisch ein, sobald bestimmte Handlungen begangen werden. In letzterem Fall spricht man von einer latae sententiae-Exkommunikation – also einer Strafe, die „von selbst“ folgt.
Zu den Taten, die automatisch zur Exkommunikation führen, gehören zum Beispiel der gewaltsame Mord am Papst, die Täuschung im Beichtstuhl oder die feierliche Spendung der Priesterweihe ohne Erlaubnis des Papstes. Auch der Austritt aus der Kirche mit öffentlichem Bekenntnis kann dazu führen.
Wenn eine Exkommunikation zusätzlich durch einen kirchlichen Spruch ausdrücklich erklärt wird, gilt sie als besonders schwerwiegend. Doch wichtig ist: die Exkommunikation betrifft nicht die Taufe oder die Zugehörigkeit zur Kirche an sich – sie ist eine spirituelle und liturgische Trennung, kein endgültiger Bruch.
Die betroffene Person kann jederzeit Buße tun und die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen beantragen. Viele Fälle werden im Verborgenen gelöst, oft im Rahmen des Beichtsakraments oder durch einen Bischof.
Die Kirche sieht die Exkommunikation nicht als Rache, sondern als aufrüttelnde Maßnahme, um zur Besinnung zu führen. Ihr Ziel ist nie der endgültige Ausschluss, sondern die Rückkehr zum Glauben und zur Gemeinschaft.
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