Die Frauen am Grab – Zeuginnen des Ostermorgens

Am Morgen nach der Rast im Grab war es eine kleine Gruppe von Frauen, die mutig zum Begräbnisort Jesu ging, um seinen Leichnam nach jüdischem Brauch mit Salben zu versorgen. Laut dem Markusevangelium waren es zwei Frauen – Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus – sowie Salome, die am ersten Tag der Woche früh zur Grabstätte kamen. Damit waren sie die ersten Zeuginnen des leeren Grabes und des Auferstehungsglaubens.

Interessant ist, dass nur wenige Menschen Jesu Beerdigung begleiteten: neben den Frauen nur Josef von Arimathäa, der das Grab bereitstellte, und Nikodemus, der mit Spezereien kam. Doch an jenem Ostermorgen waren es gerade die Frauen, die den ersten Auftrag erhielten: „Geht, sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch nach Galiläa geht!“ (Mk 16,7). Eine bemerkenswerte Rolle – denn in jener Zeit galten Frauen vor Gericht oft nicht als glaubwürdige Zeugen. Umso bedeutungsvoller, dass ausgerechnet sie die ersten Boten der Auferstehung wurden.

Der Bericht im Markusevangelium endet sogar mit Erschrecken und Schweigen: Die Frauen flohen vom Grab, „denn Zittern und Zagen hatte sie erfasst“. Trotzdem bleibt ihre Begegnung am leeren Grab ein zentraler Moment des christlichen Glaubens – nicht nur wegen des leeren Grabes, sondern weil sie die erste Botschaft von der Auferstehung vernahmen. Ohne ihre Schritte im Morgengrau gäbe es kein Osterfest.

Das leere Grab allein reicht nicht – es braucht die Begegnung mit dem Auferstandenen. Und diese Begegnung begann mit Frauen, die aus Liebe kamen und mit Hoffnung gingen.

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