Wie wird „bald“ gesteigert?
Die Steigerung des Adverbs bald bereitet oft Verwirrung – zu Recht, denn sie folgt nicht den üblichen Mustern. Dabei ist die Lösung eigentlich ganz einfach, wenn man weiß, wie es funktioniert.
Im Deutschen wird „bald“ nicht wie ein normales Adjektiv mit -er und -est gesteigert. Stattdessen nutzt man bälder oder – noch häufiger – das Synonym früher für den Komparativ. Auch eher kann in bestimmten Kontexten verwendet werden, etwa wenn es um zeitliche Abfolgen oder Vorlieben geht.
Der Superlativ von „bald“ ist entsprechend am bäldesten oder am ehesten. Davon ist am ehesten im heutigen Sprachgebrauch deutlich gebräuchlicher. „Am bäldesten“ klingt veraltet und wird nur noch selten verwendet, meist im schriftlichen oder formellen Kontext.
Beispiele machen den Unterschied klar: „Kommst du bald?“ – „Ich komme bälder als gestern“ (etwas ungewöhnlich) oder besser: „Ich komme früher als gestern“. Und wenn jemand fragt: „Wer ist am ehesten bereit?“, dann meint das: „Wer am schnellsten oder wahrscheinlichsten bereit ist?“
Interessant ist, dass „eher“ selbst auch eine eigene Steigerung hat: Komparativ „eher“, Superlativ „am ehesten“. Hier zeigt sich, wie eng die Wörter im Sprachgebrauch miteinander verwoben sind.
Wer sicher im Alltag klingen möchte, greift meist auf „früher“ und „am ehesten“ zurück. „Bälder“ und „am bäldesten“ kennt zwar jeder, aber ihre Verwendung ist heute eher selten – und klingt manchmal etwas steif.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.