Warum gibt es das Alte und das Neue Testament?

Die Bibel besteht aus zwei großen Teilen: dem Alten und dem Neuen Testament. Dies hat tiefe Wurzeln in der Geschichte des Glaubens. Für Christen ist die Bibel die Heilige Schrift, die von Gottes Wirken in der Welt erzählt – von der Schöpfung über das Volk Israel bis hin zur Ankunft Jesu Christi.

Das Alte Testament entspricht im Wesentlichen der jüdischen Bibel, die für Juden bis heute gültig ist. Es enthält Geschichten, Gesetze, Prophetenworte und Lieder aus Jahrhunderten. Für Christen zeigt es, wie Gott sich mit dem Volk Israel verbunden hat und wie er Verheißungen gab – etwa einen Erlöser zu senden.

Das Neue Testament entstand später, nach dem Leben, dem Sterben und der Auferstehung Jesu. Christen glauben, dass in Jesus die alten Verheißungen erfüllt wurden. Er schloss, so die Vorstellung, einen neuen Bund zwischen Gott und der Menschheit auf. Dieser „Neue Bund“ gibt dem zweiten Teil der Bibel seinen Namen: das Neue Testament.

Daher ist die Aufteilung nicht willkürlich, sondern Ausdruck eines Glaubensverständnisses: Das Alte Testament bereitet den Weg, das Neue Testament zeigt die Erfüllung. Beide Teile gehören für Christen zusammen – wie zwei Kapitel einer großen Geschichte. Juden hingegen erkennen nur das Alte Testament als heilig an, da sie Jesus nicht als Messias annehmen.

So unterschiedlich die Sichtweisen sein mögen – beide Traditionen teilen viele Texte und eine tiefe Verbundenheit mit der Offenbarung Gottes in der Geschichte.

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