Warum kommen keine Tränen mehr?

Wenn die Augen brennen, der Mund trocken ist und die Müdigkeit nicht weicht, liegt das nicht immer an zu wenig Schlaf oder Stress. Hinter diesen Beschwerden kann sich eine unterschätzte Erkrankung verbergen: das Sjögren-Syndrom. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Abwehrsystem irrtümlich gesunde Zellen angreift – vor allem in den Tränen- und Speicheldrüsen.

Die Folge: Weniger Tränenflüssigkeit, was zu trockenen, juckenden und brennenden Augen führt. Viele Betroffene berichten, dass es sich anfühlt, als läge etwas im Auge, oder als könnte man ständig nur verschwommen sehen. Auch der Mund bleibt oft ausgetrocknet, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch das Kauen und Schlucken erschwert. Dazu kommen können allgemeine Erschöpfung, Gelenkschmerzen oder Hautprobleme.

Das Sjögren-Syndrom tritt oft schleichend auf und wird daher lange übersehen. Besonders betroffen sind Frauen über 40, doch auch jüngere Menschen können davon betroffen sein. Da die Symptome unspezifisch sind, dauert die Diagnose oft Jahre. Dabei ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um Folgeschäden an Organen wie Niere oder Lunge vorzubeugen.

Die Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern – etwa mit künstlichen Tränen oder Medikamenten, die die Feuchtigkeitsproduktion anregen. Gleichzeitig wird versucht, die überaktive Immunreaktion gezielt zu dämpfen. Obwohl es bis heute keine Heilung gibt, können viele Patienten mit der richtigen Unterstützung gut leben.

Wenn trockene Augen über einen längeren Zeitraum bestehen, lohnt es sich, tiefer nachzugründen. Manchmal ist das Fehlen von Tränen mehr als nur ein lästiges Symptom – es kann ein Signal des Körpers sein.

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