Was ist Akrophobie?
Akrophobie, im Volksmund oft einfach als „Höhenangst“ bezeichnet, ist eine überdurchschnittlich starke und anhaltende Angst vor Höhe oder dem Blick in die Tiefe. Während ein gesunder Respekt vor großen Höhen bei fast allen Menschen angelegt ist – als Schutzreflex, um Verletzungen zu vermeiden – geht bei Betroffenen diese Angst weit über ein normales Unbehagen hinaus.
Schon das Betreten eines Balkons im dritten Stock, das Gehen über eine schmale Brücke oder das Besteigen eines Aussichtsturms kann bei Menschen mit Akrophobie heftige körperliche und emotionale Reaktionen auslösen: Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, zitternde Knie oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Manche ziehen sich aus Angst sogar aus bestimmten Situationen im Alltag zurück – Urlaubsziele mit Bergen oder Seilbahnen werden gemieden, Aufzüge mit Glaswänden abgelehnt.
Die Ursachen für Akrophobie sind oft eine Mischung aus genetischer Veranlagung, prägenden Erlebnissen in der Kindheit – etwa ein Sturz von einer Leiter – und ungünstigen Lernprozessen. Wer beispielsweise früh sieht, dass ein Elternteil Höhen scheut, kann diese Angst unbewusst übernehmen.
Die gute Nachricht: Akrophobie ist gut behandelbar. Verhaltenstherapeutische Ansätze, wie die schrittweise Konfrontation mit der Höhe unter professioneller Anleitung, zeigen häufig sehr gute Ergebnisse. Auch Entspannungstechniken und gezieltes Training im Alltag können helfen, das Vertrauen in die eigene Balance und Stabilität wiederzugewinnen. Mit der Zeit lernen viele Betroffene, ihre Angst zu meistern – und den Blick von oben doch noch zu genießen.
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