Wird ein Narzisst im Alter milder?
Die Frage, ob Narzissten mit dem Alter menschlicher werden, beschäftigt nicht nur Psychologen, sondern viele, die mit solchen Persönlichkeiten zu tun haben. Eine Studie gibt nun Entwarnung – zumindest teilweise. Forscher befragten Menschen der Generation X zweimal, mit einem Abstand von 23 Jahren, um Veränderungen im narzisstischen Verhalten zu beobachten.
Das Ergebnis: Narzissmus nimmt im Alter tendenziell ab. Besonders deutlich sanken Merkmale wie übermäßige Eitelkeit, das Bedürfnis, im Mittelpunkt zu stehen, und der starke Anspruch, kontrollieren oder führen zu wollen. Auch der Drang nach Anerkennung und Bewunderung schwächte sich mit den Jahren.
Das bedeutet nicht, dass ein narzisstischer Mensch über Nacht bescheiden wird. Doch das Leben selbst – mit all seinen Herausforderungen, Rückschlägen und Erfahrungen – scheint einen reifenden Effekt zu haben. Beziehungen, berufliche Entwicklungen oder gesundheitliche Veränderungen können dazu führen, dass man weniger auf sich selbst fokussiert ist und mehr Empathie entwickelt.
Interessant ist auch, dass nicht alle Aspekte des Narzissmus gleich schnell nachlassen. Während etwa Führungsambitionen mit den Jahren verblassen, kann eine gewisse Selbstüberschätzung länger bestehen bleiben. Dennoch zeigt die Studie einen klaren Trend: Alter und Reife wirken wie ein natürlicher Ausgleich zur narzisstischen Persönlichkeit.
Das gibt Hoffnung – sowohl für Betroffene als auch für deren Umfeld. Wer lange unter dem Verhalten eines Narzissten litt, darf gespannt sein, ob die Zeit tatsächlich für mehr Gelassenheit sorgt.
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