Sprechen die Hessen eigentlich Hochdeutsch?
Wer durch Hessen reist, hört heute nur noch selten das traditionelle, ursprüngliche Platt, wie es früher in den Dörfern gesprochen wurde. Stattdessen begegnet einem im Alltag eine ganz besondere Sprachform: ein mundartlich gefärbtes Hochdeutsch, das von den Einheimischen schlicht als „Hessisch“ bezeichnet wird.
Sprachwissenschaftlich gehört die Region vor allem zum rheinfränkischen und hessischen Sprachraum. Die reinen Dialekte sind im Laufe der Jahrzehnte jedoch stark zurückgegangen. Was geblieben ist, ist eine lebendige Umgangssprache mit deutlicher regionaler Note. Sie zeichnet sich durch charakteristische Merkmale aus – etwa das weiche Aussprechen von Konsonanten, eine besondere Klangfärbung der Vokale oder typische Ausdrücke wie das universelle „Gude“.
In Schule, Beruf und Medien wird selbstverständlich Standarddeutsch gesprochen. Dennoch verleiht die klangliche Färbung den Menschen zwischen Frankfurt, Kassel und Fulda eine eigene, unverwechselbare Note. Man spricht in Hessen also absolut Hochdeutsch – nur eben mit ganz viel Heimatgefühl im Tonfall.
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