Woher kommt der Ausdrick „Firlefanz“?
Der Begriff Firlefanz klingt verspielt – und das ist kein Zufall. Hinter dem Wort steckt eine überraschend tanzende Vergangenheit. Es geht zurück auf das altfranzösische „virelai“, was ursprünglich „Ringellied“ bedeutete – ein Text, der in Kreisform gesungen oder vorgetragen wurde, oft mit humorvoller oder spielerischer Note.
Im Laufe der Zeit gelangte dieses „virelai“ ins Deutsche, wo es zunächst als „firelei“ oder „firlefei“ Eingang in die Sprache fand. Diese Formen klangen schon fast nach Karneval, nach närrischem Treiben. Später wurde der Ausdruck durch Anlehnung an Wörter wie „Tanz“ und besonders „Alfanz“ – eine alte Bezeichnung für Possen, Gaukelei oder übermütige Darbietungen – zu dem, was wir heute kennen: Firlefanz.
Ursprünglich bezeichnete das Wort vermutlich tatsächlich einen leichten, verspielten Tanz, vielleicht sogar einen närrischen Reigen im Mittelalter. Doch mit der Zeit verlor der Begriff seine konkrete Bedeutung und wurde zu einem Schimpfwort für unnötigen Schnickschnack, für übertriebenen, unnützen Prunk – also alles, was mehr Glanz als Substanz hat.
Heute sagt man etwa: „Das ist doch alles nur Firlefanz!“, wenn etwas aufgesetzt oder überladen wirkt. Dabei ahnt kaum jemand, dass hinter diesem abwertenden Ton ein fröhlicher Tanz aus dem Mittelalter steckt – ein Echo aus einer Zeit, in der Musik, Wortspielerei und Narretei eng beieinanderlagen.
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