Die deutsche Rechtschreibung birgt so manchen Stolperstein, der selbst geübte Schreiberinnen und Schreiber kurz ins Grübeln geraten lässt. Zu den absoluten Klassikern unter den Zweifelsfällen gehört die Frage nach der korrekten Zusammenschreibung oder Getrenntschreibung von bestimmten Verbformen im erweiterten Infinitiv. Besonders wenn es um alltägliche, aber formelle Ausdrücke geht, wächst die Unsicherheit rapide an. Ein prominentestes Beispiel hierbei ist das Wortfeld rund um das Verb zuschicken.

Wer schon einmal einen geschäftlichen Brief, eine offizielle E-Mail oder einen formellen Antrag verfasst hat, stand vermutlich vor der bangerfüllten Frage: Heißt es nun zuzuschicken, zu zuschicken oder womöglich ganz anders? Der Teufel steckt hier im Detail der Grammatik, genauer gesagt bei den trennbaren Verben und ihren Begleitern.

1. Das Grundprinzip: Trennbare Verben im Infinitiv mit „zu“

Um das Rätsel um die korrekte Schreibweise zu lösen, müssen wir zunächst einen kurzen Blick auf die grammatikalische Natur des Wortes werfen. Bei zuschicken handelt es sich um ein trennbares Verb. Das erkennen Sie sofort daran, dass sich die Vorsilbe (das Präfix) „zu-“ in bestimmten Sätzen vom Rest des Verbs trennt.

  • Beispiel (Präsens): „Ich schicke Ihnen die Unterlagen sofort zu.“

Tritt dieses trennbare Verb nun jedoch in seiner Grundform (dem Infinitiv) gemeinsam mit dem Partikel „zu“ auf – man spricht hier vom erweiterten Infinitiv oder Infinitiv mit „zu“ –, greift eine eiserne Regel der deutschen Grammatik:

Das hinzukommende „zu“ wird bei trennbaren Verben immer direkt zwischen die Vorsilbe und den Verbstamm geschoben und vollständig zusammengeschrieben.

Es entsteht folglich ein einziges, langes Wort, das auf den ersten Blick durch seine Häufung von Silben ungewohnt wirken mag: zuzuschicken.

  • Korrektes Beispiel: „Bitte vergessen Sie nicht, uns den unterschriebenen Vertrag zeitnah zuzuschicken.“

  • Falsches Beispiel: „Bitte vergessen Sie nicht, uns den Vertrag zu zuschicken.“

2. Der häufige Trugschluss: Warum die Getrenntschreibung so verführerisch ist

Der Grund, warum Schreibende bei zuzuschicken so häufig ins Stolpern geraten, liegt in der visuellen Ästhetik des Wortes. Das dreifache Auftauchen beziehungsweise die enge Abfolge von Bestandteilen wie „zu“ wirkt auf den Leser optisch oft überladen. Viele Menschen vermuten instinktiv, dass eine Aufteilung in zwei oder drei Wörter (zu zuschicken oder zu schicken) die Lesbarkeit erleichtern würde.

Grammatikalisch ist die Variante mit zwei eigenständigen Wörtern wie „zu zuschicken“ jedoch schlichtweg falsch. Es gibt im deutschen Regelwerk keine Konstruktion, bei der das erweiternde „zu“ und die Verbvorsilbe „zu-“ getrennt voneinander vor dem Verbstamm stehen und Leerzeichen aufweisen.

Dennoch existiert eine Variante, in der „zu schicken“ getrennt geschrieben wird – allerdings handelt es sich dabei um einen völlig anderen sprachlichen Kontext, nämlich wenn das einfache Verb schicken mit einem eigenständigen „zu“ kombiniert wird:

  • Beispiel für Getrenntschreibung: „Es gibt heute noch einiges zu schicken.“ (Hier gehört das „zu“ nicht als Vorsilbe zum Verb, sondern leitet eine Infinitivgruppe zum Verb schicken ein).

Was möchten Sie als Nächstes erfahren?

Soll der zweite Teil dieses Artikels konkrete Beispiele für den Büroalltag und stilistische Alternativen (wie „zukommen lassen“) beleuchten?

Schritt-für-Schritt zum perfekten Begleitschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit übersende ich Ihnen die angeforderten Unterlagen im Anhang. Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen [Ihr Name]
Say-hr geh-ehr-te dah-men oond her-rn...
  • Formeller Ton: Diese Formulierung eignet sich ideal für offizielle Anlässe, Bewerbungen oder den geschäftlichen Schriftverkehr mit unbekannten Ansprechpartnern.

  • Flexibilität im Alltag: Bei bekannteren Kontakten oder E-Mails unter Kollegen können Sie zu einer etwas lockeren Anrede wie „Guten Tag“ oder „Hallo [Name]“ wechseln, während der Kernsatz „Anbei sende ich Ihnen...“ natürlich bleibt.

  • Vollständigkeit: Achten Sie vor dem Absenden stets darauf, dass alle Dokumente tatsächlich im Anhang beigefügt sind und der Dateiname professionell gewählt wurde (zum Beispiel Nachname_Dokument.pdf).