Haben Wikinger wirklich Tee getrunken?

Die Vorstellung von bärtigen Kriegern, die mit Hörnern voll Met in der Hand durch rauchige Hallen stampfen, ist bekannt – aber was tranken die Wikinger eigentlich außer Alkohol? Tatsächlich gab es auch eine sanftere Seite ihrer Trinkkultur: Kräutertee.

Obwohl schriftliche Quellen aus der Wikingerzeit (8. bis 11. Jahrhundert) selten sind, zeigen archäobotanische Funde und spätere isländische Sagas, dass die Menschen damals ein tiefes Wissen über heimische Pflanzen hatten. Sie nutzten diese nicht nur zur Heilung, sondern auch zur Zubereitung wohlschmeckender und wärmender Getränke.

Ja, Wikinger tranken sehr wahrscheinlich Kräutertee – vor allem aus Pflanzen, die in Nordeuropa wild wuchsen. Dazu gehörten zum Beispiel Schafgarbe, Baldrian, Johanniskraut, Fenchel, Hagebutten oder Gundelrebe. Diese wurden getrocknet, gemischt und mit heißem Wasser übergossen – eine Praxis, die sich bis heute erhalten hat.

Teetrinken hatte damals nicht nur eine praktische, sondern auch eine rituelle Bedeutung. Man glaubte an die heilende Kraft der Pflanzen, und viele dieser Kräuter galten als Schutz gegen Krankheiten oder böse Geister. Besonders im Winter, wenn frische Nahrung knapp war, halfen nährstoffreiche Teemischungen, das Immunsystem zu stärken.

Heute gibt es sogar historisch inspirierte Kräutertees, die aus genau jenen Pflanzen bestehen, die es zur Wikingerzeit bereits gab. Ein Becher solcher Kräutertee verbindet Geschmack und Tradition – ganz ohne Met, aber mit viel Authentizität.

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