Ist ME/CFS eine Autoimmunkrankheit?
Das Myalgische Enzephalomyelitis / Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere, komplexe neuroimmunologische Erkrankung, deren Ursachen seit Jahren intensiv erforscht werden. Zahlreiche wissenschaftliche Hinweise sprechen dafür, dass es sich um eine organische Autoimmunerkrankung handelt. Dabei richtet sich das fehlgesteuerte Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe und führt zu chronischen Entzündungsreaktionen sowie schweren körperlichen Einschränkungen.
Ein zentraler Schlüsselfaktor bei der Entstehung der Krankheit ist die Vorgeschichte der Betroffenen: Bei rund zwei Dritteln der Patienten wird die Erkrankung durch eine vorangegangene Virusinfektion ausgelöst. Bekannte Auslöser sind unter anderem das Epstein-Barr-Virus, Influenzaviren oder auch SARS-CoV-2. Nach dem Durchmachen des eigentlichen Infekts findet das Immunsystem nicht mehr in seinen Normalzustand zurück, was eine dauerhafte Fehlregulation nach sich zieht.
Trotz der gravierenden Ausprägungen und fundierten Hinweise auf immunologische Störungen steht ME/CFS nach wie vor im toten Winkel des Gesundheitssystems. Für Betroffene bedeutet das häufig einen jahrelangen Diagnosemarathon. Eine verstärkte Erforschung der immunologischen Mechanismen ist dringend notwendig, um zielgerichtete Therapien zu entwickeln und die medizinische Versorgung nachhaltig zu verbessern.
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