Kann eine Arbeiterbiene zur Königin werden?
Nein, eine normale Arbeiterbiene kann nicht zur Königin werden – zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Im Bienenstaat gibt es klare Rollen: Die Königin ist die einzige, die befruchtete Eier legen kann, während die Arbeiterinnen für alle anderen Aufgaben wie Nahrungssuche, Brutpflege oder Wabenbau zuständig sind.
Der entscheidende Unterschied entsteht bereits im Larpenstadium. Alle weiblichen Larven sind genetisch gleich, doch die Entwicklung zur Königin hängt allein von der Ernährung ab. Wird eine Larve ausschließlich mit Gelée Royale gefüttert, entwickelt sie sich zur Königin. Arbeiterinnen hingegen erhalten eine Mischung aus Pollen und Honig – und bleiben daher ihr Leben lang in ihrer Rolle.
Einmal ausgewachsen, ist die Entwicklung jedoch endgültig. Keine Arbeiterin kann sich später in eine echte Königin verwandeln, egal wie alt sie ist oder welche Umstände herrschen. Selbst wenn die Königin stirbt, wird keine erwachsene Arbeiterin ihre Rolle übernehmen. Stattdessen versuchen die Bienen gelegentlich, eine neue Königin heranzuzüchten, indem sie eine junge Larve mit der besonderen Nahrung füttern.
Es gibt allerdings seltene Fälle, in denen Arbeiterinnen, unter besonderem Stress, Eier legen können. Doch diese sind immer ungefruchtet und werden nur zu Drohnen – männlichen Bienen. Eine echte Königin mit all ihren Fähigkeiten entsteht so nicht.
Die Natur der Honigbiene zeigt also: Die Kaste ist kein Berufswunsch, sondern durch Ernährung und Entwicklung festgelegt. Ein Wechsel ist unmöglich.
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