Kreuzfahrtschiffe: Urlaub auf Kosten der Umwelt?
Wer sich eine traumhafte Kreuzfahrt wünscht, sollte wissen: Hinter der glitzernden Fassade versteckt sich oft eine dreckige Wahrheit. Laut dem neunten Nabu-Ranking von 2019 sind viele Kreuzfahrtschiffe nach wie vor echte Dreckschleudern. Trotz wachsender Kritik setzen die meisten Reedereien weiterhin auf veraltete Technik und Schweröl – ein besonders schmutziger Kraftstoff, der hohe Mengen an Schwefeloxiden und Feinstaub freisetzt.
Das ist kein Kavaliersdelikt. Schiffe, die im Hafen liegen oder entlang der Küsten fahren, belasten die Luft in Städten wie Venedig, Barcelona oder Hamburg maßgeblich. Und: Viele Schiffe verzichten nach wie vor auf moderne Abgastechnik, wie beispielsweise effektive Partikelfilter oder SCR-Systeme, die Stickoxide reduzieren könnten.
Der Nabu testet jährlich, wie umweltfreundlich die Schiffe wirklich sind – und die Ergebnisse sind ernüchternd. Zwar gibt es langsam Fortschritte, etwa bei einigen Reedereien, die auf Flüssigerdgas (LNG) umsteigen oder zumindest in Hybridantriebe investieren. Doch das reicht bei weitem nicht aus, um den massiven ökologischen Fußabdruck der Branche zu verkleinern.
Wer sorgfältig reisen möchte, sollte genauer hinsehen. Nicht alle Reedereien sind gleich. Einige setzen bereits auf sauberere Technologien oder fahren zumindest in empfindlichen Gebieten mit reduzierten Emissionen. Doch insgesamt bleibt die Branche gefordert – denn Urlaub auf hoher See darf nicht auf Kosten des Klimas und der Gesundheit von Mensch und Natur gehen.
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