Kann EMDR Angst verursachen?
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine anerkannte und oft wirksame Therapieform, besonders bei Traumafolgestörungen. Doch wie bei vielen tiefenwirksamen Behandlungen kann es in Einzelfällen zu unerwarteten Reaktionen kommen. Manche Menschen berichten, dass sie sich vorübergehend ängstlicher oder emotional belasteter fühlen, nachdem sie eine EMDR-Sitzung durchlaufen haben.
Dies bedeutet nicht, dass die Therapie schädlich ist. Im Gegenteil: Diese Reaktionen zeigen oft, dass der Verarbeitungsprozess begonnen hat. Beim EMDR werden belastende Erinnerungen gezielt aktiviert, um sie neu zu verknüpfen. Dabei kann es kurzfristig zu intensiven Gefühlen, verstärkter Unruhe oder sogar Alpträumen kommen. Solche Phänomene sind bekannt – allerdings bei den meisten Patienten selten und meist gut kontrollierbar.
Wichtig ist, dass EMDR immer von einer erfahrenen Therapeutin oder einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt wird. Eine gute Vorbereitung, stabile Bewältigungsstrategien und ein vertrauensvoller Rahmen helfen dabei, unangenehme Nebenwirkungen zu minimieren. Wer sich nach einer Sitzung unwohl fühlt, sollte dies unbedingt mit der Therapeutin besprechen.
Langfristig zeigt sich bei vielen Patienten eine deutliche Linderung von Ängsten, Flashbacks und innerer Anspannung. Doch der Weg dorthin kann manchmal wellenförmig verlaufen – mit Phasen der Erleichterung, aber auch
EMDR ist kein Wundermittel, aber für viele ein wertvoller Schritt hin zu mehr innerer Ruhe – wenn es sorgfältig und begleitet angewendet wird.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.