Wann tritt eine dissoziative Störung auf?
Dissoziative Störungen betreffen etwa zwei bis vier Prozent der Bevölkerung – das bedeutet, dass im Laufe des Lebens rund jeder 25. bis 50. Mensch mindestens einmal davon betroffen ist. Diese Störungen zeigen sich oft in Form von Gedächtnislücken, dem Gefühl der Entfremdung von sich selbst oder der Umwelt, oder sogar von Identitätsverwirrung.
Meist beginnen dissoziative Störungen vor dem 30. Lebensjahr. Die ersten Anzeichen können bereits in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auftreten. Je älter eine Person wird, desto seltener ist ein Erstauftreten – die Häufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab. Das bedeutet nicht, dass die Symptome nach dem 30. Lebensjahr nicht mehr auftreten können, aber ein erstmals diagnostizierter Fall ist dann seltener.
Die Entstehung hängt oft mit belastenden oder traumatischen Erlebnissen zusammen, insbesondere in der Kindheit. Dazu zählen emotionaler, körperlicher oder sexueller Missbrauch, aber auch schwere Unfälle, Gewalterfahrungen oder langanhaltender Stress. Das Gehirn nutzt die Dissoziation dann als Schutzmechanismus – als Mittel, um psychische Überlastung zu vermeiden.
Obwohl die Störung nicht von selbst verschwindet, ist eine gezielte Therapie oft sehr wirksam. Psychotherapeutische Ansätze helfen dabei, die zugrundeliegenden Ursachen zu bearbeiten und die Betroffenen wieder in Kontakt mit sich selbst und ihrer Umwelt zu bringen.
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