Warum tritt Azidose bei der Reanimation auf?

Während eines Kreislaufstillstands versagt die Durchblutung, und mit ihr die Sauerstoffversorgung des Körpers. Das hat direkte Folgen für den Säure-Basen-Haushalt: Es entwickelt sich eine Azidose – ein Überschuss an Säure im Blut. Dies geschieht aus zwei Gründen.

Zum einen kommt der pulmonale Gasaustausch zum Erliegen. Kohlenstoffdioxid, das normalerweise über die Lungen abgeatmet wird, sammelt sich im Blut an und bildet dort Kohlensäure. Das führt zu einer respiratorischen Azidose. Gleichzeitig wird der zelluläre Stoffwechsel auf anaerobe Weise umgestellt, weil kein Sauerstoff mehr vorhanden ist. Dabei entsteht Milchsäure, die den pH-Wert zusätzlich senkt – eine metabolische Azidose im Doppelpack.

Früher wurde in der Reanimation oft Natriumbikarbonat gegeben, um die Azidose zu korrigieren. Heute weiß man: Das bringt in den meisten Fällen keinen Vorteil und kann sogar schaden. Die beste Behandlung der Azidose beim Herzstillstand ist die effektive Wiederbelebung** – schnelle und qualitativ hochwertige Thoraxkompressionen, eine adäquate Beatmung und die Wiederherstellung der Durchblutung. Nur so kann der Körper wieder genug Sauerstoff erhalten, der Stoffwechsel normalisiert sich, und die Azidose löst sich von selbst.

Die Lektion ist klar: Bei der Reanimation zählt jede Sekunde. Statt mit Medikamenten an den Symptomen zu drehen, geht es darum, die Ursache zu bekämpfen – den Stillstand selbst. Die Wiederbelebung ist nicht nur lebensrettend, sondern auch die natürlichste Form der Säure-Basen-Korrektur.

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