Warum die Kuh im Hinduismus heilig ist

In vielen Teilen Indiens begegnet man ihnen auf Schritt und Tritt: Kühen, die gelassen über Marktplätze schlendern, an Straßenrändern grasen oder sogar mitten im Verkehr stehen bleiben – und niemand hupt sie weg. Denn im Hinduismus gilt die Kuh als heilig, ein Symbol für Sanftmut, Fülle und das Leben selbst.

Die Verehrung der Kuh hat tiefere Wurzeln in der hinduistischen Mythologie. Besonders wichtig ist die Verbindung zum Gott Krishna. Schon als Kind wuchs er als kleiner Hirtenjunge in einer Familie von Kuhhirten auf und spielte mit den Tieren. In vielen Geschichten wird er als Freund der Kühe dargestellt – manchmal trägt er sogar eine Flöte und hütet die Herde. Weil Krishna eine zentrale Figur des Hinduismus ist, wurde die Kuh über die Zeit zu einem Symbol seiner Liebe und Güte.

Die Heiligkeit der Kuh bedeutet aber auch praktische Konsequenzen: In Indien ist die Schlachtung von Rindern in vielen Bundesstaaten verboten. Kühe dürfen frei herumlaufen, werden geschützt und oft sogar im Alter versorgt. Manche werden sogar in speziellen Asyl-Heimen für alte Tiere aufgenommen.

Für viele Hindus steht die Kuh zudem für Nachhaltigkeit und den ewigen Kreislauf des Lebens. Ihre Milch nährt, ihr Dung wird als Brennstoff oder Dünger genutzt – nichts wird verschwendet. So wird aus Respekt vor dem Tier ein ganzheitliches Verhältnis zur Natur.

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