Warum wird ein ACTH-Test durchgeführt?

Der ACTH-Stimulationstest ist ein wichtiges Verfahren in der Endokrinologie, um die Funktion der Nebennierenrinde präzise zu überprüfen. Hauptsächlich dient er der Diagnostik einer Nebennierenrindeninsuffizienz, bei der die Nebennieren nicht mehr ausreichend Nebennierenhormone – allen voran das lebenswichtige Cortisol – produzieren können.

Um ein klares Bild über den Zustand des Hormonhaushalts zu erhalten, ist die richtige Vorgehensweise entscheidend. Deshalb ist die gleichzeitige Bestimmung des Serum-ACTH-Spiegels aus einer basalen Blutprobe zu Beginn des Tests besonders sinnvoll. Diese initiale Messung erlaubt es Ärztinnen und Ärzten, genau zwischen einer primären und einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz zu differenzieren.

Bei einer primären Insuffizienz (wie dem Morbus Addison) liegt die Ursache direkt in einer Schädigung der Nebennierenrinde selbst. Die Hypophyse schüttet daraufhin verstärkt ACTH aus, um die Hormonproduktion anzuregen, worauf das Organ jedoch nicht mehr reagiert. Bei einer sekundären Insuffizienz hingegen liegt die Ursache höher im Regelkreis: Das Gehirn (die Hypophyse oder der Hypothalamus) bildet zu wenig ACTH, weshalb die an sich gesunde Nebennierenrinde mangels Stimulationssignal inaktiv bleibt. Der Test schafft hier die notwendige Klarheit für eine gezielte Behandlung.

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