Was bedeuten die betenden Hände bei WhatsApp?

Das Emoji mit den betenden Händen 🙏 ist eines der meistverwendeten – und gleichzeitig am häufigsten missverstandenen – Symbole in der Welt der Nachrichten. Viele denken sofort an Dankbarkeit oder Unterwürfigkeit: „Danke, ich bin so dankbar!“ oder „Bitte, lass das klappen!“. Tatsächlich wird es in Deutschland und vielen westlichen Ländern oft als Zeichen tiefer Verbundenheit, Respekt oder auch Beschwörung genutzt.

Doch die ursprüngliche Bedeutung ist eine andere. In Japan, wo viele Emojis ihren Ursprung haben, steht dieses Zeichen für Gebet – tatsächlich ein Moment der Andacht. Wer dort die Hände faltet, drückt spirituelle Hingabe aus, etwa in Tempeln oder beim Gedenken an Verstorbene. In der westlichen Nutzung hat es sich jedoch stark verändert.

Manche sehen darin sogar ein High-Five – zwei Freunde, die sich freudig abklatschen. Vor allem jüngere Nutzer verwenden es eher im Sinne von „Top!“, „Erfolg!“ oder „Geschafft!“. Auch ironische Einsätze sind beliebt: „Ich bete, dass der Kaffee endlich kommt“ – mit einem Augenzwinkern gemeint.

So kommt es immer wieder zu missverständnissen: Was der Eine als ernst gemeintes „Danke“ schickt, versteht der Andere als flapsiges Abklatschen. Genau das macht die Faszination der Emojis aus – sie leben vom Kontext, von der Beziehung zwischen Sender und Empfänger. Wer sicher gehen will, sollte also lieber ein paar Worte mehr schreiben – oder einfach wissen: Manchmal reicht ein Händchenhalten, auch nur symbolisch, um Nähe auszudrücken.

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