Warum WhatsApp in den USA kaum genutzt wird

In den meisten Ländern der Welt ist WhatsApp die beliebteste Messaging-App – fast 90 Prozent der Bevölkerung nutzen sie in vielen Regionen. Doch es gibt Ausnahmen: Zu diesen gehört überraschenderweise die USA.

Während in Lateinamerika mehr als die Hälfte der Menschen täglich auf WhatsApp zurückgreift, sieht es in den USA ganz anders aus. Hier nutzen laut Zahlen vom Dezember 2022 lediglich eine Minderheit die App. Stattdessen dominiert Facebook Messenger den Markt – knapp 88 Prozent der US-Amerikaner setzen auf diesen Dienst.

Der Grund dafür liegt in der Geschichte der Smartphone-Nutzung. Als WhatsApp 2009 gegründet wurde, hatten viele Amerikaner bereits SMS und spätere Plattformen wie iMessage oder Facebook Messenger in ihren Alltag integriert. Apple’s iMessage, das nur zwischen iPhones funktioniert, hat in den USA eine besonders starke Stellung, da Apple dort eine riesige Nutzerbasis hat. So entstand nie ein Bedarf, auf eine externe App wie WhatsApp umzusteigen.

Zudem spielte die frühe Marktdominanz von Facebook in den USA eine große Rolle. Viele Nutzer nutzten schon damals Facebook aktiv – der Umstieg auf Messenger war daher naheliegend. In anderen Ländern, wo Facebook weniger verbreitet war, stieg WhatsApp schneller in die Breite vor.

Heute bleibt WhatsApp in den USA außen vor – nicht aufgrund mangelnder Sicherheit oder Funktionen, sondern einfach aus Gewohnheit und fehlendem Netzwerkeffekt. Wer jedoch mit Freunden aus Europa oder Lateinamerika schreibt, nutzt WhatsApp oft zusätzlich.

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