Was ist der prädikative Dativ?

Im Deutschen kennt man den Dativ nicht nur als grammatischen Fall für Personen, sondern auch in besonderen Funktionen – wie beim prädikativen Dativ. Dieser spricht eine Rolle, einen Zweck oder ein Ergebnis aus, das mit einer Handlung verbunden ist. Anders als der typische Dativ, der oft eine Person bezeichnet, die etwas empfängt oder betroffen ist, dient der prädikative Dativ hier eher als Ausdruck für wem oder woraufhin etwas geschieht.

Ein klassisches Beispiel findet sich in Sätzen wie: Er wurde Lehrer. Hier wird zwar kein Dativwort im engeren Sinn verwendet, doch im lateinischen oder griechischen Kontext – wo der Begriff seinen Ursprung hat – kann der Dativ eine ähnliche Funktion übernehmen: etwa um zu zeigen, zu wem oder für welchen Zweck etwas geschieht. So kann im Althochdeutschen oder in der klassischen Philologie der Dativ zeigen, dass jemand „zum Helfer wurde“ oder „zum Schutz diente“ – also ein Zustand oder eine Bestimmung ausgedrückt wird.

Daher nennt man diesen Gebrauch auch Dativ des Zwecks und des Ergebnisses oder Dativ der Dienstleistung. Er tritt vor allem dann auf, wenn der Satz nicht nur eine Handlung beschreibt, sondern auch ihren Sinn oder ihre Folge. Auch wenn dieser Fall im modernen Deutsch nicht mehr so häufig vorkommt, bleibt er wichtig für das Verständnis älterer Texte und der grammatischen Entwicklung der Sprache.

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