Was sind Wärmebrücken – und gibt es wirklich „Kältebrücken“?
Im Zusammenhang mit Gebäudedämmung und Energieeffizienz hört man oft von „Wärmebrücken“ – manchmal auch umgangssprachlich als „Kältebrücken“ bezeichnet. Doch was steckt dahinter? Physikalisch gesehen existieren keine Kältebrücken. Der Begriff ist irreführend, denn Kälte ist nichts, was „durchdringt“ oder „eindringt“. Kälte ist vielmehr das Fehlen von Wärme, also ein niedriger Energiezustand.
Wärmebrücken hingegen sind ganz reale Stellen in der Gebäudehülle, an denen Wärme schneller nach außen entweicht – etwa an Fensterrahmen, Hausübergängen oder undichten Fugen. An diesen Stellen ist die Dämmung lückenhaft oder weniger wirksam. Dadurch kühlt die Oberfläche ab, fühlt sich kälter an und begünstigt unter Umständen Schimmelbildung. Genau dieses kalte Gefühl führt dazu, dass viele Menschen von „Kältebrücken“ sprechen.
Obwohl der Begriff „Kältebrücke“ in der Umgangssprache bleibt, ist er technisch falsch. Wärme sucht immer den Weg dorthin, wo es kälter ist – sie fließt, wo es einen Temperaturunterschied gibt. An Wärmebrücken geschieht das besonders intensiv, weil der Wärmedurchgang hier weniger gebremst wird. Je besser die Dämmung durchgehend ausgeführt ist, desto weniger Wärme geht verloren – und desto behaglicher wird das Raumklima.
Wer beim Bauen oder Sanieren auf durchgängige Dämmung achtet, vermeidet solche Schwachstellen. So bleibt es im Winter warm, die Heizkosten sinken, und das Risiko von Feuchte und Schimmel nimmt ab.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.