Der perfekte Irrtum: Warum hohe Ansprüche krank machen können
Perfektion gilt oft als erstrebenswert – besonders im Beruf, im Sport oder in der Schule. Doch wenn der Wunsch nach Fehlerlosigkeit zur Last wird, kann er zur Falle werden. Genau hier setzt der sogenannte dysfunktionale Perfektionismus an.
Menschen, die darunter leiden, stellen hohe Ansprüche an sich selbst – manchmal sogar unrealistisch hohe. Was sie antreibt, ist weniger der Stolz auf gute Leistung, sondern die Angst, Fehler zu machen. Ein falscher Schritt, eine kleine Unstimmigkeit, und schon zweifeln sie an sich selbst. „Hätte ich nur mehr gemacht“, „Ich bin einfach nicht gut genug“ – solche Gedanken dominieren.
Das Problem: Diese Menschen glauben oft, ihre Wertschätzung hänge allein von ihrer Leistung ab. Wenn etwas schiefgeht, fühlen sie sich persönlich gescheitert – nicht, weil das Ergebnis mangelhaft war, sondern weil sie glauben, selbst mangelhaft zu sein. Sie schieben die Schuld nicht auf äußere Umstände, sondern nach innen. „Ich war nicht gut genug“ wird zum ständigen Mantra.
Forschungen zeigen, dass dieser Denkstil mit höherer Anfälligkeit für Stress, Burnout und depressive Verstimmungen einhergeht. Besonders heimtückisch ist, dass die Betroffenen oft lange durchhalten – äußerlich erfolgreich, innerlich erschöpft.
Der Ausweg? Nicht weniger Leistung, sondern mehr Selbstmitgefühl. Es geht nicht darum, Perfektion aufzugeben – sondern zu lernen, auch mit Unvollkommenheit umzugehen. Denn echte Stärke zeigt sich nicht im Makellosen, sondern im Stehenbleiben nach einem Rückschlag.
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