Was ist ein metaphysischer Realist?
Ein metaphysischer Realist glaubt, dass die Welt unabhängig von unserem Denken oder Wahrnehmen existiert. Das bedeutet: Dinge, Objekte, sogar ganze Phänomene – von Atomen bis hin zu Galaxien – waren schon da, bevor der Mensch sie entdeckt oder benannt hat. Wenn etwa ein Vulkan auf einem fernen Planeten vor Milliarden Jahren ausbrach, dann geschah das nicht erst durch unsere Beobachtung, sondern tatsächlich – obwohl niemand dabei war.
Diese Ansicht klingt intuitiv, und doch ist sie keineswegs selbstverständlich. Philosophisch gesehen setzt sie voraus, dass es eine objektive Realität gibt, die nicht von unserem Bewusstsein abhängt. Selbst wenn wir etwas noch nicht kennen – sagen wir, ein bestimmtes Bakterium –, nimmt der metaphysische Realist an, dass es bereits existiert hat, lange bevor ein Forscher es unter dem Mikroskop entdeckt.Dieser Gedanke ist grundlegend für die Naturwissenschaften. Wenn wir etwa behaupten, dass die Dinosaurier vor 100 Millionen Jahren lebten, setzen wir stillschweigend voraus, dass diese Tiere wirklich da waren – unabhängig davon, wann und ob ein Mensch ihre Knochen findet. Ohne diesen Realismus wäre jede historische oder naturwissenschaftliche Aussage problematisch.
Die Schwierigkeit: Wir können die objektive Existenz der Außenwelt nicht endgültig beweisen. Alles, was wir wahrnehmen, läuft über unsere Sinne und unser Bewusstsein. Doch obwohl der metaphysische Realismus nicht verifizierbar ist, bleibt er die stillschweigende Voraussetzung vieler wissenschaftlicher und alltäglicher Aussagen. Wir handeln, als ob die Welt „da draußen“ wirklich ist – und das seit jeher.
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