Was ist eine Wetterkerze?
Wenn sich am Himmel dunkle Wolken zusammenziehen und ein Gewitter näherkommt, zünden besonders in Bayern und Österreich viele Menschen eine Wetterkerze an. Hinter diesem schönen Brauch steckt eine lange Tradition.
Auch bekannt als Schauerkerze oder Gewitterkerze, wird sie gesegnet und dient als Zeichen des Gebets – vor allem, um Unwetter, Blitzschlag oder Schäden an Haus und Vieh abzuwenden. Früher, als die Wettervorhersage noch ungenau war, suchten die Menschen nach Möglichkeiten, sich vor der unberechenbaren Natur zu schützen. Die Kerze war dabei mehr als nur Licht; sie symbolisierte Hoffnung, Schutz und Vertrauen.
Dieser Brauch ist heute vor allem in den Alpen- und Voralpenregionen lebendig geblieben. In vielen Dörfern werden die Kerzen an bestimmten kirchlichen Feiertagen gesegnet, zum Beispiel am Tag des heiligen Laurentius oder des heiligen Florian – beides als Helfer in Notlagen verehrte Heilige.
Ob aus tiefer Frömmigkeit oder als liebevolle Erinnerung an die Großeltern: Das Anzünden der Wetterkerze verbindet Glauben, Natur und Tradition. Es ist ein stiller Moment in stürmischer Zeit – ein Licht, das mehr sagen soll als Worte.
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